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Die retinale Gefässanalyse ist prädiktiv für die Mortalität bei Dialysepatienten

Die Gefässe am Augenhintergrund haben sich in den letzten Jahren als nicht-invasiver Risikomarker zur Bestimmung des vaskulären Risikos etabliert. Dazu zählt sowohl die statische Gefässanalyse, bei der Bilder vom Augenhintergrund analysiert werden, als auch die dynamische Gefässanalyse, bei der die Funktion der Mikrozirkulation anhand von Videos überprüft wird. Forschende der TU München und des Departments für Sport, Bewegung und Gesundheit (DSBG) haben nun in einem Kooperationsprojekt erstmal die Mortalitätsprädiktion von beiden Analyseverfahren in einem multimorbiden Klientel untersucht. Dazu wurde die statische und dynamische retinale Gefässanalyse bei knapp 300 Dialysepatienten zu einem Messzeitpunkt erhoben. In den anschliessenden 73 Monaten wurde die Todesrate und die Todesursache aller Studienteilnehmenden gemonitort. Die vorliegende Studie konnte zum ersten Mal zeigen, dass bei Dialysepatienten, als beispielhaftes multimorbides Patientenklientel, nicht die statische sondern die dynamische retinale Gefässanalyse prädiktiv für die «all-cause» und «infection-related» Mortalität ist. Besonders die venöse Dysfunktion scheint ein entscheidender Marker zu sein, um Dialysepatienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko herauszufiltern und entsprechend intensiver zu therapieren.
Diese Publikation, die in Cardiovascular Research (IF 10.787) erschienen ist, ist das Ergebnis einer engen Kooperation des DSBGs mit der TU München. Dr. Lukas Strees und Prof. Henner Hanssen aus der Abteilung der Präventiven Sportmedizin und Systemphysiologie waren an dieser Arbeit massgeblich beteiligt.

Der Artikel ist unter folgendem Link nachzulesen: doi.org/10.1093/cvr/cvac073