/ Forschung
On-task behaviour in the classroom is relevant for academic success and partly relies on inhibitory control. Inhibitory control refers to the ability to resist distractions at attentional, emotional and behavioural levels and to suppress a prepotent motor response. Physical activity may facilitate on-task behaviour, but it remains unclear how this association is influenced by the type and intensity of physical activity as well as the sex of the children.
In a cross-sectional study, we examined 142 preadolescent children (47.2% boys; M = 11.6 years). Classroom behaviour was assessed through video recordings during a regular school lesson. Inhibitory control was additionally assessed using a computerized Flanker task. Participants reported their physical activity over the preceding 7 days, distinguishing between moderate- and vigorous-intensity physical activity as well as open- and closed-skill sports. Open-skill sports, such as ball and combat sports, require participants to respond within rapidly changing, unpredictable and externally paced environments, necessitating continuous adaptation of their responses to external cues. In contrast, closed-skill sports, such as swimming and gymnastics, are characterized by relatively stable, predictable and self-paced environments in which motor actions are executed according to consistent and pre-learned movement patterns.
Path analyses revealed no associations between physical activity intensity, inhibitory control and on-task behaviour. In contrast, a sex-specific association emerged for the type of sports participation. In boys, greater participation in open-skill sports was associated with more frequent on-task behaviour, whereas in girls, greater engagement in closed-skill sports was associated with more favourable classroom behaviour. These associations were not mediated by inhibitory control.
The findings suggest that the association between physical activity and classroom behaviour is influenced by type rather than intensity of physical activity. The sex-specific relations between open- and closed-skill sports and on-task behaviour further indicate that interventions targeting classroom behaviour may need to be tailored to the specific needs of boys and girls.
The full publication of Berger et al. (2026) in the British Journal of Educational Psychology
Aufgabenbezogenes Verhalten im Unterricht ist für den schulischen Erfolg relevant und beruht unter anderem auf der Inhibitionskontrolle. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, Ablenkungen auf aufmerksamer, emotionaler und behavioraler Ebene zu widerstehen und eine dominante motorische Reaktion zu unterdrücken. Körperliche Aktivität könnte aufgabenbezogenes Verhalten fördern, wobei bisher unklar ist, inwiefern Art und Intensität der körperlichen Aktivität sowie das Geschlecht der Kinder diese Zusammenhänge beeinflussen.
In einer Querschnittsstudie untersuchten wir 142 Kinder im Vorpubertätsalter (47,2 % Jungen; M = 11,6 Jahre). Das Unterrichtsverhalten wurde anhand von Videoaufnahmen während einer regulären Schulstunde erfasst. Die Inhibitionskontrolle wurde mit einer computergestützten Flanker-Aufgabe erfasst. Zusätzlich berichteten die Kinder über ihre körperliche Aktivität der vergangenen sieben Tage, wobei zwischen moderater und intensiver körperlicher Aktivität sowie zwischen Open- und Closed-Skill-Sportarten unterschieden wurde. Open-Skill-Sportarten wie Ball- oder Kampfsportarten finden in sich schnell verändernden, unvorhersehbaren und extern gesteuerten Umgebungen statt und erfordern eine kontinuierliche Anpassung der eigenen Reaktionen an externe Reize. Closed-Skill-Sportarten wie Schwimmen oder Turnen sind dagegen durch relativ stabile, vorhersehbare und selbstgesteuerte Umgebungen gekennzeichnet, in denen Bewegungen entsprechend konsistenter und zuvor erlernter Bewegungsmuster ausgeführt werden.
Die Pfadanalysen zeigten keine Zusammenhänge zwischen der Intensität körperlicher Aktivität, der Inhibitionskontrolle und dem aufgabenbezogenen Verhalten. Dagegen zeigte sich ein geschlechtsspezifischer Zusammenhang zwischen der Art der sportlichen Aktivität und dem Unterrichtsverhalten. Bei Jungen war eine stärkere Beteiligung an Open-Skill-Sportarten mit häufigerem aufgabenbezogenem Verhalten verbunden, während bei Mädchen eine stärkere Beteiligung an Closed-Skill-Sportarten mit häufigerem aufgabenbezogenem Verhalten zusammenhing. Diese Zusammenhänge wurden nicht durch die Inhibitionskontrolle vermittelt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Unterrichtsverhalten stärker von der Art als von der Intensität der körperlichen Aktivität beeinflusst wird. Die geschlechtsspezifischen Zusammenhänge zwischen Open- und Closed-Skill-Sportarten und aufgabenbezogenem Verhalten weisen zudem darauf hin, dass Interventionen zur Förderung des Unterrichtsverhaltens möglicherweise auf die spezifischen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen zugeschnitten werden sollten. Aufgrund des querschnittlichen Studiendesigns können jedoch keine kausalen Schlussfolgerungen gezogen werden.
Vollständiger Artikel von Berger et al. (2016) im British Journal of Educational Psychology